5 überraschende Wege, wie Kinder aus destruktivem Spielen lernen

5 überraschende Wege, wie Kinder aus destruktivem Spielen lernen

Wenn Sie mit Kleinkindern schon einmal einen Turm aus LEGO® DUPLO® Steinen gebaut haben, ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass sie besonderen Spaß daran haben, nach dem Aufbau alles umzuwerfen und die Steine beim Purzeln zu beobachten. Ob sie nun Steine umstoßen oder mit Essen um sich werfen – dieses Verhalten wird destruktives Spielen genannt, und es ist überraschend wichtig für die kindliche Entwicklung. Es mag so aussehen, als würden sie nur Chaos veranstalten, doch was Sie möglicherweise noch nicht wissen: Wenn Kinder diese Dinge tun, agieren sie wie Wissenschaftler, die experimentieren und aus jeder ihrer Aktivitäten lernen. Hier sind die Dinge, die Kinder aus destruktivem Spielen lernen:
1. Sie lernen ihre Sinne kennen

Einen Turm aus Bausteinen umzuwerfen, regt bei Kinder drei Sinne gleichzeitig an: 

  • Sehen: „Schau mal, was für ein bunter Turm!“
  • Fühlen: „Wie fühlen sich diese Steine an?“
  • Hören: „Was für ein Geräusch es wohl macht, wenn ich alles umwerfe?“

Beim gemeinsamen Bauen kannst du dein Kind zu weiteren Experimenten motivieren: Macht der einstürzende Turm auf dem Teppichboden das gleiche Geräusch wie auf dem Holzboden? Fühlt er sich genauso an, wenn ich ihn anders wieder aufbaue? Klingt es toll, wenn man zwei Steine gegeneinander klopft?


2. Dein Kind gewinnt Selbstbewusstsein

Jüngere Kinder haben anfangs noch Schwierigkeiten, Steine zusammen zu stecken. Das ist völlig normal, es dauert eine ganze Weile, bis man lernt, wie das funktioniert. Erst einmal interessieren sie sich für einfachere Aufgaben, wie einen Turm umzuwerfen. Ihr wachsendes Selbstvertrauen wird sie später an anspruchsvollere Aufgaben heranführen.


3. Sie lernen die Schwerkraft kennen

Dein Kind ist wie Newton und sein Apfel. Indem es einen Stapel Steine umwirft, entdeckt es das Prinzip der Schwerkraft. Das kann man gar nicht oft genug ausprobieren. Bald schon kann dein Kind etwas alleine bauen. Erst einmal entdeckt es aber viele verschiedene Prinzipien, erste Mathematik, Physik und Geometrie. Die Grundlagen dafür liefern Bausteine und ihre Form, ihr Gewicht, ihre Größe und ihre Stabilität.


4. Dein Kind lernt das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Wenn du siehst, wie dein Kind einen Turm aus Bausteinen umwirft, zeigt es dir seine Macht über die Welt, die es umgibt. Indem es Türme umwirft, beginnt dein Kind, das Prinzip von Ursache und Wirkung zu begreifen: das Kind selbst ist die (mächtige) Ursache und der (großartige, laute) Einsturz ist die Wirkung. Wenn dein Kind ca. 18 Monate alt ist, wirst du feststellen, dass dieses Verhalten häufiger wird, weil es zugleich auch seine Macht über dich auf die Probe stellt. Das ist der richtige Zeitpunkt für dein Kind, mit deiner Hilfe, seine Grenzen zu erfahren, z. B. die LEGO Bauwerke seiner Geschwister zu respektieren.


5. Dein Kind lernt (mit deiner Hilfe) die Idee der Zusammenarbeit

Das kann manchmal wirklich anstrengend sein: man baut etwas Tolles für sein Kind und das einzige, was es damit macht, ist, es zerstören. Du bist vielleicht so enttäuscht, dass du nichts mehr für dein Kind bauen möchtest. Aber sieh es einmal anders: wenn du etwas baust und dein Kind aufforderst, es zu zerstören, zeigst du ihm, dass du es zu diesem Zweck gebaut hast und es wird ein gemeinsames Spiel daraus. Wie du wahrscheinlich weißt, lernen Kinder erst Schritt für Schritt MIT anderen zu spielen. Etwas für sein Kind zu bauen, was es dann umwerfen kann, ist eine einfache Einführung in das gemeinsame Spiel: du baust, das Kind zerstört. Und im Mittelpunkt dieser Aktion steht eure Beziehung, an der du baust, als Spielpartner.