Wie hat es mit Technic begonnen? Wir hatten das Glück, mit Jan Ryaa zu sprechen. Der Designer war einer der Mitbegründer von Technic in den 1970ern und arbeitete damals mit dem Designer Erik Bach zusammen. Irgendwann kamen die beiden überein, einen Stein nicht einfach nur als Stein zu behandeln. Mit ihrer Werkzeugkiste und ein paar guten Ideen machten sich die beiden ans Werk und änderten einige Dinge.

Als die LEGO Gruppe 1977 ihr erstes „Technical Set“ herausbrachte, wurden neue Elemente hinzugefügt, um realistische technische Funktionen nachzubilden. Die Streben und Platten, Achsen, Verbindungsstücke und Spezialteile, Räder und Reifen, die heute fest zu Technic gehören, waren 1977 völlig neu und gingen aus dem Modellbaukonzept von Jan Ryaa und Erik Bach hervor.


Von den ersten Versuchen, die Maschinenmodelle und mechanischen Spielzeuge im Sinne des Technic Konzepts zu erschaffen, bis zum heutigen LEGO Technic war es ein ziemlich langer Weg. Eine faszinierende Geschichte, die zeigt, wie das Technic Konzept durch heranreifende Ideen und neue Verfahren gewachsen ist, und wie Kinder und Erwachsene diese neue Art des Bauens fortwährend auf die Probe stellten. 

In den frühen 1970ern war Jan Ryaa einer der allerersten LEGO Designer, der mit dem Gedanken spielte, Autos aus großen quadratischen LEGO Mobil Steinen in Gelb, Rot und Blau mit weißen Querachsen und Zahnrädern zu bauen. Diese wurden als Vorzeigemodelle verwendet und sollten weder in die Produktion noch in den Verkauf gehen. 

Irgendwann wurde Jan richtig kreativ und begann, die Steine zu zerschneiden, um vom Format 4x4 auf das Format 4x2 umzusteigen. So war es möglich, kleinere Modelle zu bauen. Dann lernte er in Erik Bach einen anderen LEGO Designer kennen, der in die entgegengesetzte Richtung strebte. Erik ging es um größere Modelle, die robuster und stabiler wären. Die Stabilität bereitet bei zunehmendem Maßstab große Probleme. Große Häuser sind einfach zu bauen, aber ein Modellauto etwa biegt sich unter seinem Gewicht schnell durch.

Zunächst versuchten Jan und Erik, die Stifte an den Steinen zu verlängern, doch das funktionierte nicht. Sie probierten es dann mit Schnapplagern und setzten damit etwas Neues in Gang. Langsam aber sicher begannen sie mit den neuen Elementen zu bauen. Den Anfang machten Autos, weil diese schon immer beliebt waren. Erik Bach interessierte sich sehr für Landwirtschaftsmaschinen, deshalb war klar, dass sie auch einen Traktor bauen mussten. 

So gesehen waren die Anfänge bei Technic eine echte Entdeckungsreise. Jan und Erik haben ihre Ideen ständig ausgetauscht und weiterentwickelt. Erst hat Jan etwas gebaut, dann hat Erik etwas dazugebaut, und die Projekte durften ihren Lauf nehmen, bis ihnen nichts Neues mehr einfallen wollte. Irgendwann kam die Entscheidungsphase, die ersten Technic Modelle wurden ausgewählt und als Mini-Modelle gebaut: Das Auto und der Traktor – und ein Jahr später kam auch noch ein Hubschrauber hinzu. 

Das größte Kopfzerbrechen bei ihrer Arbeit in völliger Eigenregie bereitete den beiden bei fast allen Versuchen, ein Auto (oder einen Traktor) zu bauen, die Robustheit und Stabilität der Modelle. Weil die damals auf dem Markt erhältlichen Mobil Produkte ihre Arbeitsgrundlage bildeten, wurden all ihre Einfälle bereitwillig angenommen, sodass sie immer weiter erfinden und spielen konnten. 

Im weiteren Verlauf der Siebzigerjahre trennten sich dann die Wege von Jan und Erik und sie übernahmen andere Aufgaben. Erik beschäftigte sich auch weiterhin mit der Entwicklung von Elementen, und Jan konzentrierte sich auf den Bau von Modellen. Eines der ersten Ergebnisse dieser neuen Arbeitsteilung im Technic Team war das kleine Go-Kart aus dem Jahr 1978.